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vor 2 Tagen, 8 Stunden
Update 2.10.26
Es ist über 3 Monate her, als ich von Buba und seiner Familie aus Gambia berichtet habe.
In der Zwischenzeit ist viel passiert – nicht auf dem Bau, da Regenzeit ist – aber in der Familie.Auf der Baustelle hat Buba einen Wassertank installiert, um unabhängig vom öffentlichen Wasser bzw. dem des Nachbarn zu sein.
Bubas Mutter hatte erneut mit Bluthochdruck zu kämpfen und brauchte Medizin, die natürlich bezahlt werden musste.
Da in der Regenzeit sehr viele Mosquitos sind, die Malia übertragen können, ist es ratsam eine Impfung (gibt es seit einiger Zeit) zu bekommen, die ca. 1 Jahr Schutz bietet. Natürlich musste auch diese bezahlt werden (ca. 200€ für die ganze Familie), aber die Kosten bei einer Malariainfektion sind deutlich höher, und es besteht das Risiko einer lebensgefährlichen Situation. Natürlich könnte man sich auch mit Netzen schützen, aber es gibt kaum welche zu kaufen und diese müssten „dicht“ aufgehangen werden – nahezu unmöglich. Als ich in Gamiba war, hat der Ventilator geholfen, dass die Mosquitos fernblieben, aber solche einer ist nicht überall und bei Stromausfall nützt das auch nichts. Also entschieden sich alle für eine Impfung.
Und dann, Anfang September, kam ein besonders schwerer Vorfall: Wasa, der 11 jährige Bruder ist beim „Spielen“ von einem hohen Mangobaum gefallen. Leider sind die Kinder in Gambia sich oft selbst überlassen, sodass solche Unfälle häufig passieren.
Wasa musste ins Krankenhaus. Er lag im Koma. Eine Gehirnverletzung war nicht auszuschließen. Die ganze Untersuchung kostete natürlich Geld, ca. 700€!!! Er musste sogar in die Hauptstadt Banjul verlegt werden. Das Schlimmste war, dass, bevor kein Geld bezahlt wurde, er nicht untersucht oder gar behandelt wurde in der Notaufnahme! Es war ein großer Kampf, auch für mich, so viel Geld zu sammeln. Schließlich war es zusammen und ich konnte es überweisen. Nebenbei ist der Weg von dem Haus bis nach Banjul ca. 1h Fahrt mit dem Taxi, das auch Geld kostet. Jeden Tag haben sich die Mutter und Buba abgewechselt mit Besuchen und Versorgung. In Gambia gibt es keine Versorgung mit Essen und Pflege im Krankenhaus – das müssen die Angehörigen machen. Ihr könnte Euch vorstellen, dass dies ein immenser Aufwand war.
Der Zustand von Wasa blieb weiter kritisch.
Als Buba wieder zu Besuch war, ging es Wasa schlechter und Buba hat den Arzt aufgesucht, welcher gerade gegessen hat. Diese Situation hat Buba nicht ausgehalten: Sein Bruder ging es schlecht und der Arzt kümmerte sich nicht. Leider ist Buba dann körperlich aggressiv geworden gegenüber dem Arzt und dem Sicherheitspersonal. Die Polizei wurde gerufen und Buba musste in Gewahrsam. Gegen eine Kaution hätte er freikommen können (ca. 400€).
Ich habe ihm deutlich gemacht, dass ich nicht für sein Fehlverhalten Geld senden werde! Es waren viele Diskussionen. Ich habe ihm aber deswegen kein Geld gesendet. Seine Angst war groß, für eine längere Zeit in ein anderes Gefängnis zu gelangen.
Letztendlich hat er die Entscheidung getroffen die Dokumente von seinem neuen Grundstück und Haus der Polizei als „Kaution“ zur Verfügung zu stellen. Ein harter Schritt, aber ich konnte und wollte nicht einfach so sein Fehlverhalten hinnehmen.
Nun ist unklar, wie es mit dem Bau bzw. dem Grundstück weitergeht. Er sagt, dass die Dokumente bei der Polizei sicher seien. Genau kann das aber aus meiner Sicht niemand sagen.
Falls er irgendwie die 400€ auftreiben kann wären die Dokumente sicher wieder sein Eigentum, aber das liegt nicht in meiner Hand.Nachdem sich die Situation beruhigt hatte, fragte mich Buba, ob ich Geld für Schuluniformen und Bücher für seine Geschwister überweisen könnte. Ich ließ mir von ihm eine Kalkulation machen und überwies nur für diesen Zweck das Geld. Das sagte ich ihm ausdrücklich.
Wie ging es weiter…
Wasa ging es besser, eine letzte Untersuchung ergab keine dauerhaften Schäden, auch nicht im Gehirn! Das war mal eine gute Nachricht. Er sollte aus dem Krankenhaus entlassen werden. Aber, dann forderte dieses noch eine Endrechnung von ca. 100€, vorher durfte Wasa nicht nach Hause.
Ich überwies dies, Wasa ist nun zu Hause.Letzte Überweisung war das Geld für die monatliche Miete und das Essen (ca. 200€).
Die letzten Wochen waren also geprägt von vielen Ereignissen und großer Aufregung. Auch ich bin emotional an Grenzen gekommen, wie ich mit all dem umgehen soll.
Ich habe Buba ausdrücklich gesagt, dass ich nicht für all seine finanziellen Bedürfnisse aufkommen kann und möchte!
Daraufhin ist bei ihm natürlich wieder der Wunsch nach Deutschland zu kommen, um hier zu arbeiten, groß geworden. Ein riesiger innerlicher Konflikt, da die Aussichten gegen Null gehen.Wie geht es nun weiter?
Ich weiß es nicht! Die Regenzeit geht langsam ihrem Ende entgegen. Aber wie es mit dem Grundstück, dessen Dokumente ja gerade nicht in seiner Hand sind, weitergeht, kann ich nicht sagen.
Falls die Dokumente wieder sein Eigentum werden, dann wäre der nächste Schritt die Decke des Hauses zu gießen, die noch mal eine große Summe Geld bedürfen (ca. 8-10.000€)
So, dass waren viele Infos.
Betet bitte weiter um Weisheit, wie es weitergeht und wie ich damit umgehen kann.
Wer Fragen hat, darf sie mir gerne stellen.
Michael Strach
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am 15.06.26
Hier ist wieder ein kleines Update vom 15.6.
Durch die Spende konnte Buba mit den Tagelöhnern das neue Haus wändemäßig fertig stellen. Auch der Ringanker ist gegossen.
Nun fehlt "nur" noch die Decke bzw. Terasse. Das kann aber erst realisiert werden, wenn wieder Geld da ist.
Leider ist auch in Gambia das Baumaterial sehr teuer geworden....
Aber, ich finde, das Haus sieht schon richtig gut aus.
Vor Kurzem ging es der Mutter wieder schlecht, sodass sie Medikamente bekommen musste.
Aber nun geht es ihr wieder besser.
Den anderen in der Familie geht es gut: Fatou lernt fleißig in der Hotellerie- / Gaststättenbranche. Meine große Hoffnung ist, dass sie irgendwann eine Anstellung bekommt.
Kodu und Ida sind sehr fleißig in der Schule.
Alie (16) muss etwas gedrängt werden zum Lernen, aber da ist Buba dran. Und Wasa geht es auch gut.
Soweit erstmal von mir.
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am 18.05.26
Hallo liebe Spender und Interessierte,
ich möchte wieder aus Gambia berichten.
Zur Zeit ruhen die Bauarbeiten, weil gerade keine Spenden eingehen, aber das ist manchmal so und das kennen so manche Bauherren hier in Deutschland auch...
Buba hat hin und wieder eine Anstellung als Tagelöhner, das freut mich sehr.
Dennoch kommen ihn ihm immer wieder Gedanken hoch nach Deutschland zu kommen. Viel hab ich ihn darüber aufgeklärt, dass die Chancen sehr gering sind, dauerhaft hier zu leben und zu arbeiten. Die Voraussetzungen sind sehr schlecht: keine Deutschkenntnisse, kein Schulabschluss. Dies sind Voraussetzungen für einen Visumantrag. Gestern habe ich ihn das noch einmal ausführlich dargestellt. Ich hoffe und bete, dass er es verstanden hat. Ich habe ihm erzählt, dass er sich auf das Hausprojekt und seine Arbeit konzentrieren soll, das macht am meisten Sinn.
Ja, das Leben ist hart in Gambia, aber er kann nur dort einen Unterschied machen.
Ich bin guter Hoffnung, dass der Hausbau bald fortgesetzt werden kann und somit wieder seine Motivation steigt, vor Ort zu investieren.
Ich bitte Euch daher weiterhin Buba, seine Familie ins Gebet einzuschließen und wem es möglich ist eine Spende zu überweisen. Vielleicht schaffen wir, dass bis Ende Juni alle Maurerarbeiten fertig werden. Denn dann beginnt die Regenzeit.
zur Familie:
Fatou macht weiter ihre Ausbildung (Training) im Hotelerie- und Gaststättengewerbe.
Der Mutter geht es mal gut, aber oft ist sie sehr schwach. Leider trägt die Lebensweise und einseitige Ernährung nicht gerade dazu bei, dass sie gesund wird. Die ärztliche Behandlung ist ja sowieso schwierig....
Soweit erstmal von mir und der Familie Trawally. Wer weitere Fragen hat, der darf sich gerne melden....
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