Ein Leben voller Rückschläge – ich wünsche mir endlich einen Neuanfang
Nach Jahren voller Rückschläge wünsche ich mir Hilfe, um Schulden abzubauen und endlich neu anzufangen.
Es fällt mir unglaublich schwer, diese Zeilen zu schreiben. Noch schwerer fällt es mir, meine Geschichte öffentlich zu machen und fremde Menschen um Hilfe zu bitten.
Lange habe ich versucht, alles alleine zu schaffen. Ich habe gekämpft, gearbeitet, verzichtet, zurückgesteckt und immer wieder versucht, mich aus eigener Kraft aus schwierigen Situationen herauszuholen. Ich habe mir selbst immer wieder gesagt, dass ich das schon irgendwie schaffen werde.
Doch irgendwann kommt der Punkt, an dem man erkennen muss, dass man trotz aller Anstrengungen nicht mehr alleine weiterkommt.
Genau an diesem Punkt bin ich heute angekommen.
Ich möchte erzählen, wie es dazu gekommen ist. Nicht, um Mitleid zu erzeugen oder die Verantwortung für mein Leben abzugeben, sondern weil ich hoffe, dass meine Geschichte Menschen erreicht, die mir dabei helfen möchten, endlich wieder nach vorne schauen zu können.
Wie alles begann – ein erster Kampf, den ich nie vergessen werde
Meine Geschichte beginnt im Jahr 2015 , damals war ich 23 Jahre alt. In meiner ersten richtigen Beziehung entwickelte ich eine Spielsucht. Damals waren wir gemeinsam selbstständig und mein damaliger Partner investierte wesentlich mehr in unsere gemeinsame Zukunft, als ich finanziell beitragen konnte.
Ich fühlte mich zunehmend unzulänglich, hatte das Gefühl, nicht genug leisten zu können und finanziell nicht mithalten zu können. Aus diesem Gefühl heraus geriet ich in die Welt der Online-Spielotheken.
Was zunächst vielleicht wie eine Möglichkeit erschien, Geld zu gewinnen und meine finanzielle Situation zu verbessern, entwickelte sich zu einer Sucht. Über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren verlor ich sehr hohe Summen.
Als meine Beziehung 2019 zerbrach, standen bereits rund 20.000 € Schulden im Raum.
Ich wusste, dass ich etwas ändern musste. Die Trennung wurde für mich gleichzeitig der Wendepunkt, an dem ich es schaffte, aus der Spielsucht auszusteigen.
Ich begann, mein Leben wieder aufzubauen. Ich arbeitete, zahlte meine Schulden ab und versuchte, wieder Ordnung in mein Leben zu bringen.
Und tatsächlich gelang mir das zunächst.
Ein neuer Anfang, der mich erneut viel Kraft kostete
Nach der Trennung verliebte ich mich neu. Ich ahnte damals nicht, dass ich in einer Beziehung landen würde, in der ich zunehmend finanziell ausgenutzt werden sollte.
Über die folgenden drei Jahre übernahm ich immer mehr finanzielle Verantwortung für meinen Partner. Ich half, wo ich konnte, zahlte Rechnungen und stellte meine eigenen Bedürfnisse immer weiter hinten an.
Die Beziehung war von Gewalt geprägt. Ich schaffte lange Zeit den Absprung nicht. Bis ich schließlich im Krankenhaus landete.
Es hat viel Kraft gekostet, mich aus dieser Situation zu befreien. Aber irgendwann habe ich es geschafft.
Wieder stand ich vor einem Neuanfang. Diesmal mit noch mehr Schulden, emotionalen Verletzungen und dem Gefühl, schon wieder ganz von vorne anfangen zu müssen.
Trotzdem wollte ich nicht aufgeben.
Jahrelang habe ich versucht, mich selbst aus meiner finanziellen Situation zu befreien
Ich arbeitete neben meinem Hauptberuf, versuchte mich mit einem Kleingewerbe und war für jede Möglichkeit offen, die mir helfen konnte, meine Schulden zu reduzieren.
Ich wollte niemandem zur Last fallen. Ich wollte meine Probleme selbst lösen und endlich finanziell unabhängig werden.
Ich zahlte meine Verpflichtungen so zuverlässig wie möglich und schaffte es tatsächlich, meine finanzielle Situation zunächst wieder zu stabilisieren.
Dann ging mein Auto kaputt.
Mein damaliger Arbeitsplatz lag rund 70 Kilometer von meinem Wohnort entfernt. Ohne Auto konnte ich meine Arbeit nicht ausüben. Da ich meine bisherigen Schulden sorgfältig bedient hatte und nur noch einen Kredit laufen hatte, war meine SCHUFA damals wieder sauber.
Ich finanzierte deshalb rund 10.000 € für ein vernünftiges Fahrzeug, das mich zuverlässig zur Arbeit bringen sollte.
Doch die Lebenshaltungskosten stiegen. Miete, Sprit und alltägliche Ausgaben wurden immer teurer. Am Ende des Monats blieb immer weniger übrig. Irgendwann war ich regelmäßig im Minus.
Ein ganzes Jahr versuchte ich, diese Situation irgendwie zu überbrücken, bis ich mir schließlich eingestehen musste, dass ich Hilfe benötigte.
Ich beschäftigte mich mit einer möglichen Insolvenz, um endlich einen geordneten Ausweg aus meiner finanziellen Lage zu finden. Allerdings wurde meine damalige berufliche Situation zum Problem: Mein Arbeitsplatz lag 70 Kilometer entfernt. Mir wurde entgegengehalten, dass ich mir eine nähere Arbeitsstelle suchen oder umziehen könne.
Also fasste ich den Entschluss, mein Leben grundlegend zu verändern und in die Stadt zu ziehen.
Noch bevor ich diesen Schritt umsetzen konnte, verlor ich meinen damaligen Arbeitsplatz. Zum Glück fand ich innerhalb kürzester Zeit eine neue Stelle – ebenfalls in der Stadt.
Ich wollte es diesmal richtig machen. Umziehen, meine Lebensumstände verändern und endlich meine finanzielle Situation in den Griff bekommen.
Dann traf der nächste Schicksalsschlag meine Familie.
Während meiner Wohnungssuche erlitt meine Mama einen schweren Schlaganfall.
Ich bin Einzelkind. Es gab niemanden, mit dem ich diese Verantwortung einfach aufteilen konnte.
Plötzlich bestanden meine Tage aus Arbeit, Fahrten ins Krankenhaus, Sorgen um meine Mama und dem Versuch, irgendwie meinen Alltag aufrechtzuerhalten. Oft war ich nur noch zum Schlafen zu Hause. Zeit und Geld für mich selbst gab es kaum noch.
Nach Absprache und ihrer Rehabilitation entschied ich mich dennoch, etwa ein halbes Jahr später umzuziehen. Ich wollte endlich die Voraussetzungen schaffen, um meine Insolvenz beziehungsweise meine finanzielle Situation geordnet zu regeln.
Das ist inzwischen ungefähr zwei Jahre her.
Wenn ein Problem das nächste jagt
In dieser Zeit begann mein Auto immer mehr Probleme zu machen. Eine Reparatur folgte auf die nächste. Immer wieder ging etwas kaputt.
Ich war beruflich und privat auf das Fahrzeug angewiesen. Für ein anderes Auto fehlte mir das Geld, und meine finanzielle Situation hatte sich durch die hohen Lebenshaltungskosten und die teure Wohnung inzwischen weiter verschlechtert.
Allein innerhalb eines Jahres musste ich rund 3.000 € in Reparaturen investieren.
Dann erlitt meine Mama ihren zweiten und später auch ihren dritten Schlaganfall.
Wieder stand meine Familie vor einer enormen Belastung. Wieder musste ich funktionieren, organisieren, fahren, arbeiten und irgendwie versuchen, alles unter einen Hut zu bekommen.
Mein Auto hielt schließlich nicht mehr durch. Vor etwa einem Jahr gab es endgültig seinen Geist auf.
Mein derzeitiger Partner und ich legten jeden verfügbaren Cent zusammen, um wieder ein fahrbares Auto zu bekommen. Wir wollten mobil bleiben, für unsere Familie da sein und nicht bei jeder notwendigen Fahrt vor einem unlösbaren Problem stehen.
Doch auch dafür mussten wir weitere finanzielle Belastungen aufnehmen.
Zusätzlich kamen die Kosten für Reparaturen, einen Umzug und die Kaution für meine damalige Übergangswohnung hinzu. Vor etwa einem Jahr zog ich schließlich aus dieser Wohnung aus, um mit meinem jetzigen Partner zusammenzuziehen und gemeinsam einen neuen Abschnitt zu beginnen.
Bis heute hat mir mein ehemaliger Vermieter meine Kaution in Höhe von 3.000 € nicht zurückgezahlt. Auch die damit verbundenen rechtlichen Auseinandersetzungen und Anwaltskosten belasten mich zusätzlich. Das Geld fehlt mir bis heute.
Dazu kamen gesundheitliche Probleme, Arzttermine und weitere Belastungen, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte.
Es fühlte sich irgendwann an, als würde ich einen Schritt nach vorne machen und gleichzeitig zwei Schritte zurückgeworfen werden.
Wo ich heute stehe
Aus ursprünglich rund 50.000 € Schulden sind inzwischen noch etwa 35.000 € geworden.
Das bedeutet, dass ich trotz all dieser Rückschläge bereits rund 15.000 € zurückgezahlt habe.
Ich habe nie einfach aufgegeben. Ich habe gearbeitet, verzichtet und versucht, meinen Verpflichtungen nachzukommen. Aber inzwischen muss ich mir eingestehen, dass ich es aus eigener Kraft nicht mehr schaffe.
Heute habe ich beruflich eine Chance, die mir sehr viel bedeutet.
Ich bin mittlerweile in der Dispositionsleitung tätig und Teil der Geschäftsführung eines Unternehmens, das sich gerade im Aufbau befindet. Es ist eine Perspektive, für die ich lange gearbeitet habe und die mir die Möglichkeit geben könnte, endlich wieder finanziell auf eigenen Beinen zu stehen.
Allerdings befindet sich das Unternehmen noch in der Aufbauphase. Das entsprechende Gehalt wird erst fließen, wenn der Betrieb richtig anläuft.
Gleichzeitig stehe ich finanziell unter einem enormen Druck.
Eine Insolvenz steht im Raum. Ich habe große Angst, dadurch meine berufliche Perspektive zu verlieren und wieder ganz von vorne anfangen zu müssen. Deshalb versuche ich derzeit mit allen Möglichkeiten, eine andere Lösung zu finden.
Ich weiß auch, dass ich nicht einfach so weitermachen kann wie bisher. Die professionelle Hilfe die ich habe , kann aber leider mir finanziell natürlich helfen.
Was ich mir wünsche, ist die Möglichkeit, meine bestehenden finanziellen Verpflichtungen zu reduzieren, wieder handlungsfähig zu werden und mir eine echte Chance auf einen stabilen Neuanfang zu schaffen.
Warum ich diesen Spendenaufruf starte
Es kostet mich sehr viel Überwindung, diesen Schritt zu gehen.
Ich war immer jemand, der versucht hat, anderen zu helfen, Verantwortung zu übernehmen und seine Probleme selbst zu lösen. Umso schwerer ist es für mich, heute selbst um Hilfe zu bitten.
Aber ich möchte nicht noch weitere Jahre nur damit verbringen, von einem finanziellen Engpass in den nächsten zu geraten.
Ich möchte arbeiten können, ohne jeden Monat Angst vor der nächsten Rechnung zu haben. Ich möchte für meine Familie da sein können, ohne ständig überlegen zu müssen, welche notwendige Ausgabe ich mir diesmal nicht leisten kann.
Ich möchte mir eine Zukunft aufbauen, in der nicht meine Vergangenheit über jeden weiteren Schritt entscheidet.
Die gesammelten Spenden sollen ausschließlich dazu beitragen, meine finanzielle Situation zu stabilisieren, bestehende Schulden zu reduzieren und mir die Möglichkeit zu geben, ohne weitere Verschuldung einen neuen Anfang zu schaffen.
Jeder einzelne Beitrag, ganz gleich in welcher Höhe, würde mir unglaublich helfen.
Und auch wer selbst nichts spenden kann, hilft mir bereits sehr, wenn er diesen Aufruf teilt und meine Geschichte weiterträgt.
Ich erwarte nichts von irgendjemandem. Ich weiß, dass jeder Mensch seine eigenen Sorgen und Verpflichtungen hat.
Aber ich möchte diese eine Chance nutzen, um vielleicht endlich aus diesem Kreislauf auszubrechen.
Ich habe schon einmal gelernt, wieder aufzustehen. Ich habe schon einmal meine Sucht überwunden, Schulden abgebaut und mein Leben neu begonnen.
Ich möchte das wieder schaffen. Diesmal aber nicht mehr alleine.
Ich möchte nicht länger nur überleben und funktionieren. Ich möchte endlich wieder leben dürfen.
Warum mein erstes Spendenziel 10.000 € beträgt
Ich habe mich bewusst für ein erstes Spendenziel von 10.000 € entschieden. Das ist nicht die Summe meiner gesamten Schulden, aber es wäre für mich ein unglaublich wichtiger erster Schritt.
Jeder Euro würde dazu beitragen, meine finanzielle Belastung zu reduzieren und wieder etwas Luft zum Atmen zu bekommen.
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